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Bündnis für Datenschutz und Schweigepflicht
43. Newsletter des BfDS

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Mitstreitende und Interessierte,

die Petition von Frau Reis-Berkowitz von der KVB für eine einjährige freiwillige Probephase aller TI-Anwendungen hat das Quorum von 50.000 Unterschriften geschafft. Wir freuen uns darüber und sind gespannt auf ihre Anhörung vor dem Petitionsausschuss und die Reaktion der Politik.

Auch KBV-Vorstand Gassen fordert: „Das E-Rezept und die eAU sollten zum Beispiel solange gestoppt werden, bis sie einwandfrei funktionieren. Die Konnektoren gehören auf den Prüfstand. Man sollte vielleicht auch das politische Rückgrat haben, manche Anwendungen einfach zu beerdigen.“

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/KBV-fordert-staatliches-TI-Netz-und-Digital-Moratorium-426009.html

 

Digitalisierungsbarometer Praxis

Das aktuelle Digitalisierungsbarometer der niedergelassenen Ärzte zeigt großen Frust durch Ausfälle und technische Mängel der TI, die für erheblichen Mehraufwand sorgen.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/222933/Digitalisierung-Mehr-Praxistauglichkeit-noetig

 

Der Hausärzteverband kritisiert die unausgereifte TI

"Wir haben weder die Zeit noch die Nerven, unausgegorene Digitalprojekte zu testen"

 

Sozialgerichtsgerichtsurteil zur TI

Das Sozialgericht hat in erster Instanz die Klage von Herr Baumgärtner von MEDI gegen den Honorarabzug bei Nichtanschluss abgelehnt. Der Kläger will den Weg in die nächste Instanz aber weitergehen.

https://www.aend.de/article/216489

 

Ein TI-Lobbyist übt Kritik an der TI – hält sie aber für nötig

Mark Langguth, früher bei der Gematik tätig, mittlerweile selbstständiger Unternehmensberater für TI und ePA, erfährt durch seine vielfältigen Kontakte und Talkrunden die Probleme der Ärzte mit TI und hat die Probleme thematisiert.

https://e-health-com.de/thema-der-woche/buzzword-bingo-vom-feinsten/

In seinem Gastbeitrag in der Ärztezeitung vom 4.2.2022 gab Herr Langguth zu, dass die TI-Anwendungen für die Praxen keine direkten Vorteile böten, sondern eher eine Belastung darstellten, meint aber, dass sie unabdingbar wären. Die Anwendungen sollten deshalb so störungsarm wie möglich laufen und die Praxen sollten für den Mehraufwand entsprechend bezahlt werden.

Antworten vom BfDS  

Die Ärztezeitung gab Andreas Meißner und mir Gelegenheit zu einer Replik – einmal aus Sicht eines nicht an die TI angeschlossenen Arztes, der die gesellschaftlichen Probleme und Gefahren der TI beschreibt und einmal aus Sicht einer Ärztin mit TI, die besonders die Belastungen und den fehlenden Nutzen erlebt.

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Wenn-Aerzte-und-Patienten-zu-Datenlieferanten-werden-426678.html

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/TI-Anwendungen-sollten-freiwillig-sein-426751.html

 

Abstürzende Kartenlesegeräte

Aktuell leben wir in elektrisierenden Zeiten. Der neueste Tiefpunkt des TI-Destasters in den Praxen sind abstürzende Orga 6141-Kartenlesegeräte, die die neuen NFC-fähigen GKV 2.1-Karten nicht verkraften, die sich elektrisch aufladen. Angeschuldigt wurden die Winterkleidung der Patienten und die Kunstoffböden in den Praxen - gerne lasse ich mir auf Kosten des Herstellers einen Parkettboden legen! Ärzte bastelten Alustreifen auf die Unterseite der Kartenleser oder hängten antistatische Matten an, um das Problem zu beheben. Der Hersteller bietet in Kürze einen Aufsatz für 25 Euro Aufpreis an, um seinen eigenen Reklamationsgrund zu beheben. Das ist einfach nur absurd und ärgerlich. Ich habe meine Geräte mit den TI-Murks bewusst als Komplettpaket bei CGM gekauft. Die Firma sieht sich jedoch nicht in der Verantwortung. Vor drei Wochen wurde mir von CGM als Abhilfe eine kostenlose Antistatikmatte versprochen, die bis heute nicht eingetroffen ist. Ein Kollege auf Twitter schrieb jetzt, er hätte seine Geräte wieder zurückgegeben. Das ist sicher der einzig richtige Weg.

https://netzpolitik.org/2022/elektronische-gesundheitskarte-warum-sie-nur-noch-geerdet-zum-arzt-gehen-sollten/

 

Mögliche weitere Folgen der Cyberattacken auf Medatixx und CGM auf Praxen?

Haben die Cyberattacken auf Medatixx und auf CGM möglicherweise doch größere Auswirkungen gehabt als vermutet? In einem ärztlichen Qualitätszirkel wurden von mehreren Teilnehmern mit CGM-Praxisverwaltungssystemen ebenfalls Crypto-Ransomware-Angriffe berichtet. Ob die geschilderten Angriffe auf die Praxen in einen Zusammenhang mit den erwähnten Angriffen bei  CGM und Medatixx stehen könnten, wollen Heise und der Dipl.-Informatiker Thomas Maus gerne aufklären. Betroffene Arztpraxen sollten sich an https://www.heise.de/investigativ/kontakt/ wenden. Die Informationen werden absolut vertraulich behandelt.

 

Sorgen mehr Daten für weniger Pandemie?

Unser Kernteam-Mitglied Andreas Meißner fragt im Tagesspiegel: Mehr Daten, weniger Pandemie – stimmt diese Gleichung wirklich, die der Expertenrat der Bundesregierung in seiner neuesten Stellungnahme aufgestellt hat?

https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/mit-datenzwang-raus-aus-der-coronakrise?utm_source=bgge+vorschau&utm_medium=email

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Wir hoffen, Sie sind durch die Doppelbelastung mit Corona und dem Kampf gegen die TI oder mit der TI nicht völlig erschöpft. Erfreulicherweise äußern sich immer mehr Beteiligte kritisch zur TI. Ob die Politik allerdings von ihrem blinden Digitalisierungseifer und ihrer Sammelleidenschaft für Patientendaten ablässt, bleibt abzuwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre/eure Karen v. Mücke für das Kernteam des BfDS 

 

Dr. med. Karen v. Mücke

Internistin, Diabetologin

Entenbachstraße 10

81541 München

Tel: 089-653598

Es ist wichtig, dass möglichst viele TI-KritikerInnen in den Medien erscheinen und nicht immer die gleichen Leute. Schreiben Sie Leserbriefe, regen Sie Themen an, versuchen Sie  Kontakte zur Presse und zu Ihren regionalen Abgeordneten herzustellen, um sie für das Thema TI/ePA zu sensibilisieren. Und nicht zuletzt – teilen Sie unseren Newsletter – gerne auch mit KollegInnen, die an der TI angeschlossen sind und vielleicht genervt sind oder zweifeln. Es gibt auch ein Leben ohne Konnektor.

Wir haben eine Signal-Messenger-Gruppe für TI-KritikerInnen zur Information, Ideensammlung und Planung von Projekten gegründet, außerdem eine zweite Signal-Gruppe zum allgemeinen Austausch („Stammtisch“). Wenn Sie am einen und/oder anderen Interesse haben, also mitzulesen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder sich aktiv einzubringen, schreiben Sie bitte eine kurze Mail mit Ihrem Namen und Ihrem Bezug zum Datenschutz an signal@gesundheitsdaten-in-gefahr.de.

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